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Lob ist des Künstlers Brot
Es handelte sich bei diesem Schreibwettbewerb um einen reinen Schülerwettbewerb für Schüler der 3. bis 13. Klasse, unterteilt in vier Kategorien.. Die Redaktion hatte drei Themenvorschläge vorgegeben, die man inhaltlich aber frei gestalten durfte. Diese waren „Abenteuer Nacht“, „Welch ein Glück“ und „An den Rand gedrängt“, welches das Thema ist, das ich mir ausgesucht habe.
Der Einsendeschluss war für den 31. Januar 2010 angesetzt, der Wettbewerb schon Monate vorher immer wieder in der HAZ angekündigt worden. Schon 2009 hatte ich teilnehmen wollen, war dann aber zu beschäftigt, nicht motiviert und nicht überzeugt genug, um meinen geschriebenen Text abzuschicken. Dieses Jahr war das anders: Als Abiturientin wusste ich, dass ich an diesem Schülerschreibwettbewerb nach dem Abitur nicht mehr teilnehmen können und ein Verschieben auf das nächste Jahr damit nicht mehr möglich sein würde. Es war wahrscheinlich dieser Umstand, der mich letztlich zur Teilnahme bewegt hat. Ich hatte jedoch eigentlich vor, einen ganz anderen Text einzusenden als den, mit dem ich gewonnen habe. Inhaltlich ging es um eine Amokläuferin. Nun musste ich von Mitte Januar bis Ende Januar aber einige Tage im Krankenhaus verbringen und fand auch vorher wegen meiner Erkrankung wenig Zeit zum Schreiben. Am 29. Januar wurde ich voübergehend aus dem Krankenhaus entlassen. Meine Kurzgeschichte war zu drei Vierteln fertig geschrieben, aber mir kam das Thema plötzlich irgendwie zu „gebraucht“ und „abgenutzt“ vor. Ich wollte etwas schreiben, mit dem ich mich selbst identifizieren konnte und das vielleicht Aufmerksamkeit durch sein etwas ungewöhnliches Thema erreichen würde. Denn auch wenn man nicht daran glaubt zu gewinnen, macht man sich natürlich trotzdem darüber Gedanken, wie man seine Chancen steigern könnte. Meine Neurodermitis-Erkrankung war da ein geeignetes Thema. Ich habe den Text für den Wettbewerb an einem Nachmittag runtergeschrieben und eigentlich nicht mehr großartig editiert. Einen Tag vor Einsendeschluss habe ich ihn dann eingeschickt.
In den Osterferien bekam ich schließlich einen Anruf von der HAZ. Man sagte mir, dass mein Text der Jury sehr gefallen habe und lud mich zur Preisverleihung ein. Zu dem Zeitpunkt ahnte ich allerdings nicht, dass wirklich nur die Preisträger zur Preisverleihung eingeladen worden waren. Umso größer war dann die Überraschung auf der Verleihung selbst, als ich dann wusste, dass ich mindestens Dritte geworden sein musste. Von da an war es mir eigentlich egal, welchen Platz genau ich belegen würde. Viel wichtiger für mich war die Anerkennung seitens einer fachkundigen Jury – denn man sagt ja so schön: „Lob ist des Künstlers Brot.“ Und das ist es auch, was ich hauptsächlich aus diesem Wettbewerb für mich persönlich mitnehmen konnte: Bestätigung für die Qualität meines Schreibens, welche ein unglaublich gutes Gefühl ist und mich dazu motiviert, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Judith Freund
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